Saarbrücker Zeitung vom 17.3.07:
Perspektive für Behinderte
Von SZ-Redakteurin Astrid Dörr
Gestern fand die Grundsteinlegung zum Neubau einer Werkstatt und Tagesförderstätte für behinderte Menschen durch die Reha GmbH in Lebach statt. 220 Arbeitsplätze insgesamt gibt es nach dem Endausbau.
Lebach. Noch in diesem Jahr soll das Gebäude der Werkstatt für behinderte Menschen der Reha GmbH in Lebach fertig sein. Rainer Blum, Geschäftsführer der Reha GmbH, ist sich sicher, dass der Termin Oktober dieses Jahres gehalten werden kann. Immerhin hat sich das Projekt von der Planung bis zur Grundsteinlegung am gestrigen Tage fünf Jahre und vier Monate hingezogen.
Willy Marx, Prokurist und Mitglied der Geschäftsführung, der bisher am Standort Saarterrassen in Saarbrücken tätig war, ist für die neue Einrichtung verantwortlich. "Im Endausbau finden 220 Menschen hier einen Arbeitsplatz. Das Grundstück, das ehemalige Freibad, haben wir von der Stadt Lebach erworben (16000 Quadratmeter, davon sind 4800 überbaut). Fast acht Millionen Euro sind hier im Endausbau investiert." Mit 4,7 Millionen Euro bezuschusst das Land die Einrichtung. Darüber hinaus muss die Reha GmbH ein Drittel der Kosten als Eigenanteil in das Projekt einbringen.
Die Reha GmbH ist sich sicher, dass das neue Logistik Center in Lebach einen optimalen Standort gefunden hat. Neben dem Druckcenter in der Dudweilerstraße, dem Reha Marketing Center auf den Saarterrassen in Saarbrücken, spiegelt der Name dann auch den Schwerpunkt der künftigen Dienstleistungen wider. Dank einer speziell entwickelten Software, hochmoderner Regalsysteme und erfahrener Fachkräfte im Lager funktioniert die Warensteuerung perfekt. Blum: "Dies kann eine Bestellung per Post oder über das Internet sein. Zur Verfügung gestellt werden auch 1200 Palettenstellplätze." Marx glaubt ebenfalls, dass man nicht unvorbereitet ist für diese Dienstleistungen. "Ein leistungsfähiges Warenwirtschaftssystem ist bereits an anderen Standorten erprobt."
Sozialminister Josef Hecken betonte in seiner Rede, dass der räumlichen Nähe zur benachbarten Blindenschule Rechnung getragen werde, deren fachliches Know-how mitgenutzt werden solle. Eine wichtige Ergänzung des Gesamtkonzeptes sei die Angliederung einer Tagesförderstätte mit weiteren 18 Plätzen. Hier erhalten behinderte Menschen, die auf Grund der besonderen Schwere ihrer Behinderung keiner Beschäftigung nachgehen können, eine angemessene Förderung und Tagesstrukturierung.
Im Rahmen des Landesbehindertenplanes werden in Lebach 120 spezialisierte Arbeitsplätze für körper- und schwerst-mehrfach behinderte Menschen sowie 20 Plätze für blinde und sehbehinderte Menschen entstehen. Hecken: "Ein guter Tag für Menschen mit Behinderungen, die in Lebach einen Platz zum Arbeiten finden, an dem sie einen Großteil ihres Lebens verbringen."
Josef Hecken:
"Ein guter Tag für behinderte Menschen ."
Bildunterschrift:
Gestern wurde der Grundstein zum Neubau der Reha GmbH gelegt. Von links: Minister Josef Hecken, Gisbert Latz, Bürgermeister Arno Schmidt, Landrätin Monika Bachmann, Wolfgang Krause, Gabriele Schäfer, Rainer Blum und Willy Marx. Foto: Andreas Engel